Aus aktuellem Anlass

Sanierung von Hochwassergeschädigten Gebäuden

Gegen Naturgewalten wie das aktuelle Hochwasser in einigen Bundesländern ist man machtlos. Innerhalb kürzester Zeit werden Keller oder das Erdgeschoss überschwemmt, im schlimmsten Fall steht das Hochwasser bis unter´s Dach. Wenn Wasser erst einmal läuft, findet es immer einen Weg in poröse Materialien, Hohlräume und Öffnungen – durch Wände, Decken und Fußböden. Neben dem schmerzlichen Verlust der Möbel, Einrichtungsgegenstände und persönlichen Dinge wird spätestens nach dem Ablauf des Wasser deutlich, dass auch die Bausubstanz starken Schaden genommen hat. Zurückgelassen werden durchfeuchte, durchnässte und verschlammte Fußböden, Decken und Wände. Hierbei ist die Verschmutzung das geringere Übel.

Sie ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien. Das Hochwasser hat zudem eine Vielzahl von Keimen im Gepäck gehabt und als mikrobiellen Belag zurückgelassen. Aus diesem Grund müssen bei der Sanierung von hochwassergeschädigten Gebäuden eine Vielzahl an Aspekten beachtet werden. Häufig wird sich hierbei nur auf die Trocknung konzentriert. Das Risikopotenzial ist allerdings zum Teil deutlich größer, als allgemein vermutet. Eine umfassende und fachlich versierte Einschätzung der Situation stellt die elementare Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Sanierung dar.

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05 April 2012

Nachbericht zur Schimmelpilzkonferenz in Berlin

Nach der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch den Moderator Frank Frössel referierte der erste Redner über die neue Lüftungsnorm DIN 1946-6 und deren Umsetzung im Neu- und Altbau. Hierzu konnte mit Herrn Heinz der Obmann aus dem DIN-Normen-Ausschuss gewonnen werden, der quasi an der Quelle sitzt und alle Aspekte der Norm ausführlich erläutern konnte. Gleichzeitig diente der Vortrag als Einstieg und Grundlagenwissen.

 Heinz

Ehrenfried Heinz referierte über die DIN 1946-6 und gab einen grundsätzlichen Einstieg in die Lüftungstechnik

Anschließend kam die Praxis zu Wort. Die Firmen LUNOS und SCHÜCO stellten interessante Informationen und Systemlösungen sowie Neuigkeiten aus der Lüftungs- und Fenstertechnik vor. Eine der spannenden Fragen war hierbei die Nachrüstung von Altbauten, als eines der Zukunftsthemen.

Seidel

Sven Seidel referierte über die Systemlösungen der Fa. SCHÜCO und stellte u. a. die fensterintegrierte Lüftung vor

Neben technischen Aspekten zur Lüftungstechnik wurden auch rechtliche Fragen erläutert. Hierzu führte Rechtsanwalt Bredereck aus und diskutierte zunächst die Frage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, in Bezug auf die neue Lüftungsnorm. Anschließend wurden die verschiedenen Vertragsverhältnisse beleuchtet und rechtliche Konsequenzen daraus abgeleitet.

Nach der Mittagspause ging es mit dem zweiten Block – der energetischen Sanierung – weiter. Hierbei ging es um die spannende Frage, in wie weit eine Außen- oder Innendämmung als Ursache oder Lösung für das Problem durch Schimmelpilze in Innenräumen anzusehen sind? Herr Dr. Buecher referierte zunächst zum Thema Wärmedämm-Verbundsysteme und zeigte auf, dass das Diffusionsverhalten überbewertet wird und Kondensation und Tauwasseranfall – als primäre Ursache für Schimmelpilzwachstum – eben gerade durch eine Außendämmung vermieden wird. Gleichzeitig wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass Wärmedämm-Verbundsysteme nicht auf feuchte Untergründe appliziert werden dürfen, sei es nun durch kapillar aufsteigende oder hygroskopische Feuchtigkeit bei Altbauten oder Restfeuchte aus dem Rohbau. Der Vorschlag Dr. Buecher´s, dass man auch für Wärmedämm-Verbundsysteme einen max. Feuchtewert definieren sollte, der eine Verlegung zulässt, fand große Zustimmung.

Buecher

Bodo Buecher räumte mit einigen Vorurteilen gegen Wärmedämm-Verbundsystemen auf und erklärte die verschiedenen Feuchtemechanismen einer Außenwand

Anschließend referierte Herr Dr. Worch über die bauphysikalischen Besonderheiten bei der Innendämmung und stellte die verschiedenen Systeme zur Innendämmung vor. Hierbei zeigte sich einmal mehr, dass energetische Sanierungen geplant und in ein Gesamtkonzept integriert werden müssen.

Worch

Anatol Worch ging auf die Renaissance der Innendämmung ein und stellte die verschiedenen Systeme und Berechnungsmodelle vor

Den Abschluss der diesjährigen Schimmelpilzkonferenz bildete ein Experte zum Thema Nanobeschichtungen. Prof. Dr. Detlef Bahnemann hielt einen spannenden Exkurs in die Welt der Nanotechnologie als Einstieg in die Frage, welche Beschichtungen fungizide Wirkungen haben. Neben photokatalytischen Beschichtungen ging er auch auf Ansätze mit Nanosilber ein und gab einen interessanten Ausblick auf die Entwicklung der nächsten Jahre.

Bahnemann

Detlef Bahnemann verführte die Teilnehmer in das Reich der Zwerge

Rundum kann die diesjährige Schimmelpilzkonferenz als gelungene Veranstaltung bezeichnet werden, auch wenn die Teilnehmerzahlen hinter denen des Vorjahres zurück geblieben sind. Als Begründung muss wohl die Erkenntnis herangezogen werden, dass auch beim Thema Schimmelpilze die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen entweder noch nicht gesehen wird oder damit zu wenig Geld verdient werden kann.

Ein Großteil der Teilnehmer sagte sein Kommen in 2013 bereits zu, wenn es dann voraussichtlich über Themen der Bauwerks- und Innenraumdiagnostik geht.

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