Neben der Rissbreite ist die -tiefe ein wichtiges Kriterium. Die Risstiefen hängen stark von der Rissform ab. Unterschieden werden sog. V-förmige Risse und Risse mit parallelen oder annähernd parallelen Rissflanken. Risse mit V-förmigen Flanken haben eine bestimmte, durch den Flankenwinkel bedingte Tiefe, das heißt, dass sie in einer erkennbaren Tiefe aufhören. Dem gegenüber reichen Risse mit parallelen oder nahezu parallelen Rissflanken oft tief in den Putz hinein und können den gesamten Querschnitt des Putzes umfassen. V-förmige Risse bzw. solche mit begrenzter Risstiefe treten bei Putzbeschichtungen vor allem dort auf, wo diese stark geschwunden sind. Diese Risse sind meistens nur wenige Millimeter tief. Eindringendes Regenwasser gelangt dabei in der Regel nicht bis zum Untergrund, sondern verteilt sich je nach Saugfähigkeit des Putzes mehr oder weniger tief in der Putzschicht. Bei Rissen mit parallelen oder nahezu parallelen Rissflanken kann Regenwasser in größere Tiefen der Putzschicht vordringen, unter Umständen auch bis zum Untergrund. Je nach Saugfähigkeit und Penetration des Untergrundes kann es dann über einen längeren Zeitraum betrachtet zu einer beachtlichen Durchfeuchtung kommen. Man kann davon ausgehen, dass Risse ab einer Breite von ca. 0,3 bis 0,4 mm in der Regel bis in den Untergrund reichen.