Im Gegensatz zu einer Gipsmarke, die nur qualitativ eine bestehende Bewegung oder Verformung an Bauwerken aufzeigt, dokumentiert ein sog. Rissmonitor diese auch quantitativ. Der Rissmonitor besteht aus überlappenden und frei gegeneinander verschiebbaren Komponenten, von denen die untere eine Kalibrierung und die obere ein Fadenkreuz besitzt. Nachdem sich der Rissmonitor in Nullstellung befindet, wird dieser mittels Kleber links und rechts vom Riss aufgeklebt. Anschließend kann am Fadenkreuz die horizontale oder vertikale Bewegung abgelesen werden. Je nach Art des Rissmonitors sind auch Rotationsbewegungen ablesbar. Die Messskala beträgt in der Regel 0,1 mm, so dass die Bewegungen mit einem hohen Genauigkeitsgrad dokumentiert werden können. Hierzu sollte ein Messprotokoll angelegt, die Werte regelmäßig eingetragen und durch ein Digitalfoto ergänzt werden. Die Frequenz des Ablesens sollte dem Sachverständigen überlassen und dem Untergrund, der Rissart sowie der Aufgabenstellung angepasst werden. Neben der Standardausführung werden auch Adapter angeboten, mit denen zwei- oder so gar dreidimensionale Bewegungen gemessen werden können. Diese speziellen Rissmonitore werden eingesetzt, wenn Setzungen und Verformungen an Bauwerksecken oder im Bereich der Bodenplatte zur aufgehenden Wand oder zwischen Wand und Geschossdecke dokumentiert werden müssen. Außerdem gibt es auch Winkeladapter, die stufenlos einstellbar sind und damit auch an Bauwerksecken unter oder über 90° eingesetzt werden können.