Der Begriff der Relaxation besitzt vor allem bei Baustoffen mit hydraulischen Bindemitteln eine große Bedeutung und wird immer öfter für die Bewertung von Rissen in Putzen und verputzten Mauerwerken herangezogen. Infolge der natürlichen Kriechprozesse bei langzeitbedingten Lasteinwirkungen verlieren Baustoffe mit der Zeit ihre elastische Dehnung, d. h. der Baustoff relaxiert. Während also das Kriechverhalten eines Baustoffes die zeitabhängige Zunahme der Verformung unter andauernder Spannung beschreibt, wird mit der Relaxation die zeitabhängige Abnahme der Spannung beschrieben. Hierbei gibt die sog. Relaxationszahl das Verhältnis von Spannungsabfall unter einer Last auf einen bestimmten Endwert zur Anfangsspannung an.