Der Vorgang der Bildung eines zusammenhängenden Films aus einer Polymerdispersion oder einem daraus hergestellten Beschichtungsstoff durch Wasserverdunstung wird auch Koaleszenz genannt. Die einzelnen, in der wässrigen Phase dispergierten und voneinander getrennten, Partikel kommen bei zunehmendem Wasserentzug miteinander in Kontakt, berühren sich, werden immer weiter zusammengepresst und verschmelzen schließlich miteinander (coalescere = sich vereinigen, verschmelzen).

Je härter das dispergierte Polymer ist, desto schwieriger gestaltet sich das Zusammenfließen der Einzelteilchen bei normaler Temperatur, d. h. zwischen + 5 °C und maximal 20 °C. Hier behilft man sich durch Zugabe einer geringen Menge eines so genannten Koaleszenz- oder Filmbildehilfsmittels. Besonders wichtig bei der Auswahl eines Koaleszenzmittels ist, dass es nicht oder nur begrenzt wassermischbar sein darf, da es sich sonst mit der wässrigen äußeren Phase der Dispersion mischt und dadurch als Filmbildehilfsmittel nicht wirksam sein kann. Bei Lösemitteln, die Estergruppen enthalten, ist zu beachten, dass diese während längerer Lagerung des alkalisch eingestellten Beschichtungsstoffes teilweise verseifen können.