Wenn durch thermisch und/ oder hygrisch bedingtes Quellen und Schwinden Bewegungen und Formveränderungen im Untergrund behindert werden, kann es an der Oberfläche zu Verformungen und in der weiteren Folge zu Rissen und/ oder Abplatzungen kommen. Dabei kann die Zugspannung größer als die Zugfestigkeit sein, so dass es aufgrund der unterschiedlichen Kräfteverhältnisse zwangsläufig zur Rissbildung kommen muss. Die Zugspannung kann aber auch größer als die Haft(scher)festigkeit sein (im Regelfall bildet sich dann eine Hohlstelle), die zum Ablösen der Oberfläche und damit zur Rissbildung führt. Oder die Zugspannung ist größer als die Scherfestigkeit. Dies tritt vor allem bei mehrlagigen Beschichtungen wie Putzsystemen auf, die sich dann im Querschnitt teilen. Es entsteht wiederum eine Hohlstelle, die zum Ablösen des Putzes und damit zu Abplatzungen führt. Aus diesem Grund werden die einzelnen Schichten untereinander entkoppelt. Beispielhaft soll die Dämmstoffplatte beim WDVS mit geringer Festigkeit genannt werden, mit der der Oberputz (mit höherer Festigkeit) vom Untergrund (mit höherer Festigkeit) entkoppelt wird. Durch diese Schicht werden mögliche Bewegungen aus dem Untergrund ausgeglichen. Die Entkopplungsschicht kann aber auch Bewegungen an der Oberfläche (durch thermisches und/ oder hygrischen Quellen und Schwinden) ausgleichen, damit innerhalb des Putzsystems keine Schäden auftreten. Der Umfang dieser Bewegung hängt vom so genannten Entkopplungsmaß ab.