Die Dehnbarkeit oder Flexibilität ist das Vermögen einer Beschichtung, den Längenänderungen eines Substrates ohne bleibende, nachteilige Veränderungen folgen zu können. Hierbei gibt es große Unterschiede in Abhängigkeit vom jeweiligen Untergrund. Die Dehnbarkeit oder Flexibilität spielt neben der Fugenabdichtung vor allem bei der putz- und anstrichtechnischen Risssanierung eine große Rolle, wobei Art und Menge eines geeigneten Bindemittels, die aufgetragene Schichtdicke und der Systemaufbau von entscheidender Bedeutung sind. Zu beachten ist dabei, dass mineralische Baustoffe einer Kältekontraktion unterliegen, d. h. vorhandene Oberflächenrisse weiten sich bei tiefen Temperaturen. Andererseits sind Filme aus wässrigen Polymerdispersionen thermoplastisch, d. h. sie verlieren bei Temperaturen unter 0°C relativ schnell ihre Dehnbarkeit. Deshalb können hier nur Polymerdispersionen mit Glasübergangstemperaturen im Minusbereich als Bindemittel mit dauerhaftem Erfolg eingesetzt werden.