Die Biokorrosion ist im Gegensatz zum so genannten Biofouling ein chemischer Vorgang. Hierbei wird durch Mikroorganismen eine Veränderung an der Struktur und der Stabilität des Baustoffes verursacht. Der Begriff beschreibt die korrosive Wirkung der organischen und anorganischen Säuren auf die Bindemittelstruktur von Baustoffen, die durch die Ausscheidung bzw. den Stoffwechselprozess von Mikroorganismen entstehen. Das Wirken der Biokorrosion ist an Beton- und Natursteinbauten bereits ausgiebig nachgewiesen und publiziert worden. Organische Bau- und Dämmstoffe, wie Holz, Papier oder Kork, aber auch polymere Kunststoffe und Schäume, unterliegen überwiegend einem direkten enzymatischen Angriff. Hierbei kommt es insbesondere durch Pilze zu nachhaltigen Strukturveränderungen. Diese Veränderungen konnten auch an speziellen Werkstoffen wie Verbundmaterialien, Dichtungs- und Isoliermassen, Korrosionsinhibitoren und Beschichtungen beobachtet wurden. Der Biokorrosion geht häufig die Bildung eines Biofilms und daraus resultierend das Biofouling voraus.