Der Begriff Biofouling wurde durch Warscheid geprägt und hat erst in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen. Er beschreibt die unerwünschte Vermehrung von Mikroorganismen auf Baustoffoberflächen. Hierbei leben die Mikroorganismen in so genannte Biofilmen. Ist die Baustoffoberfläche bewachsen, werden die Folgen für den Baustoff bzw. für die Materialien in zwei Kategorien unterteilt bzw. nach ihrer Schädigung durch biochemische und biophysikalische Mechanismen klassifiziert. Die Unterscheidung wird als Biokorrosion und als Biofouling bezeichnet.

Das Biofouling ist auf einen physikalisch-chemischen Vorgang zurück zu führen. Hierbei übt ein gelartiger bis schleimiger und in einigen Fällen auch übelriechender Biofilm infolge von Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen mechanische Belastungen im porösen Gefüge des Baustoffs aus. Infolgedessen wird die Rauhigkeit und dadurch die Absorptionsfähigkeit der Materialoberflächen erhöht. Dadurch werden die Materialeigenschaften ganz wesentlich beeinflusst. Aufgrund der wasserbindenden Eigenschaften dieses Biofilms verhalten sich ursprünglich hydrophobe (wasserabweisende) Oberflächen zunehmend hydrophil (wasseranziehend) und die Klebrigkeit dieser gelartigen Oberfläche führt zu Partikeladsorptionen aus der Luft. Mit der Zeit verdichtet sich dieser biogene Belag auf der Baustoffoberfläche, wodurch sich wiederum die Diffusionseigenschaften des Baustoffes und somit der Feuchtehaushalt und letztlich die thermischen Eigenschaften der Bausubstanz verändern.