Bauteile unterliegen entsprechenden Lage-, Form- oder Volumenveränderungen, die eine Rissbildung in der Konstruktion und schließlich auch in der Oberflächenschicht zur Folge haben können. Verformungen dieser Art sind z. B. das Durchbiegen von Decken und Unterzügen, Längenänderungen von Betonteilen, Baugrund- bzw. Fundamentsetzungen sowie Schwind-, Kriech- und Temperaturverformungen tragender Wände und Stützen. Dem entsprechend haben bauwerks- oder konstruktionsbedingte Risse ihre Ursachen in der Baukonstruktion sowie im Putzuntergrund. In Folge dessen werden diese Risse häufig auch als statische Risse bezeichnet.

Bauwerks- oder konstruktionsbedingte Risse werden nach den Rissursachen unterschieden. Rissursachen aus dem unmittelbaren Putzuntergrund sind z. B. Volumenänderungen (Schwinden, Quellen, thermische Längenänderungen) sowie Verformungsunterschiede des unmittelbaren Putzgrundes bei Verwendung unterschiedlicher Baustoffe mit verschiedenen physikalischen Eigenschaften (Schwindverformung, Wärmeleitfähigkeit, Saugvermögen usw.). Des Weiteren werden bauwerks- oder konstruktionsbedingte Risse auch nach den Rissursachen aus der Konstruktion eingestuft. Dies sind Lage-, Form- oder Volumenänderungen der Tragkonstruktion oder des verputzten Bauteils, wie z. B. Lageänderung durch Setzungen, Formänderungen aufgrund von Durchbiegung, Volumenänderung durch Feuchteabgabe (Schwinden) oder Belastung (Kriechen) sowie durch Temperaturänderungen. Auch so genannte Zwängungsspannungen können zu diesen Rissen führen. Zur Sanierung von bauwerksbedingten Rissen werden häufig Wärmedämm-Verbundsysteme eingesetzt, die als Entkopplungsschicht den Riss dauerhaft überbrücken können.