Die Baualtersklassen wurden im Rahmen des Bauschadensberichtes der Bundesregierung sowie weiterer und/ oder darauf aufbauender Forschungsberichte eingeführt. Da die vorhandene Bausubstanz in Bezug auf ihr Alter, ihre Konstruktion und die verwendeten Materialien sowie regionale Einflüsse sehr unterschiedlich gewertet werden muss und unterschiedlich stark geschädigt ist, wurde die Bausubstanz nach dem Baualter eingruppiert. Die Eingruppierung erfolgt für Gebäude, die bis 1918 errichtet wurden sowie für den Zeitraum 1919 bis 1948, 1949 bis 1970, 1971 bis 1990 sowie für Gebäude, die nach 1990 errichtet wurden. Nach der Bauschadensanalyse weisen Gebäude der ältesten Baualtersklasse (bis 1918) mit knapp 38% den höchsten Anteil an Bauschäden auf. Diese Aussage verwundert sicherlich nicht, steigt doch mit zunehmendem Gebäudealter zwangsläufig auch der Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarf. Bei diesen Gebäuden handelt es sich in der Regel um Mauerwerksbauten mit Gewölbedecken im Keller und Holzbalkendecken über den aufgehenden Geschossen. Hinzu kommt der überdurchschnittlich hohe Gebäudebestand mit mehr als 50 Jahren in den neuen Bundesländern und der unzureichenden Bauwerksunterhaltung in der DDR, die zu Materialverschleiß bis hin zum Verfall ganzer Bauteile und Bauwerke geführt hat.

Besonders auffallend ist aber auch, dass die Baualtersklasse von 1971 bis 1990 einen deutlich höheren Anteil an Bauschäden aufweist, als die beiden älteren Klassen von 1919 bis 1948 und 1949 bis 1970. Dies wird im Bauschadensbericht mit dem hohen Anteil an Bauten mit Flachdächern in den alten Bundesländern und dem hohen Anteil an Plattenbauten in den neuen Bundesländern begründet, die seit Anfang / Mitte der 90-er Jahre zur Sanierung anstanden.