Sanierung von Stuckschäden
Neuerstellung
Stuckfassaden sind eine Kombination von Außenputz sowie von Stuckelementen, die gezogen, geformt oder auch freihändig angetragen werden. Die Stucktechnik ist dabei besonders gut geeignet, um vor allem Gebäude mit Dekor und Zieraten zu versehen. Eine flächenhaft monoton wirkende Fassade wird durch Unterteilungen mittels Gesimsen, Pilaster, Lisenen und Verzierungen in ein völlig anderes Licht gesetzt. Die berühmten Stuckfassaden der italienischen Palazzi und Fassaden aus der Gründerzeit zeugen von dem hohen ästhetischen Anspruch der damaligen Zeit.
Egal wie auch immer sich dieser Fassadenstuck und die Fassadendekoration und -gestaltung darstellt: entscheidend ist die Herstellung. Bei einem Altbau muss berücksichtigt werden, ob dieser ggf. unter Denkmalschutz steht und damit entsprechende Auflagen zu berücksichtigen sind. Im Bereich des Neubaus sowie in der Regel auch im Rahmen der Altbausanierung werden heute aus Kostengründen kaum oder keine
klassischen Stuckmörtel und Gießmassen verwendet, da es kostengünstigere Lösungen gibt, die den Originalen optisch in nichts nachstehen und eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit in Bezug auf mechanische Belastung sowie den Witterungseinflüssen besitzen. Eingesetzt werden industrielle Profile aus Altglas oder Polystyrol und dgl.
Anders sieht dies in der Baudenkmalpflege aus, in der klassische Stuckmörtel und Gießmassen eingesetzt werden.
Die Stuckarbeiten können sowohl aus gezogenen Profilen, gezogenen und ausgeputzten Bossen, gegossenen Formen oder vor Ort angetragenen Reprofilierungen oder auch frei angetragenen Stuck bestehen. Hierbei ist darauf zu achten, dass Stuckteile mit hohem Gewicht durch konstruktive Maßnahmen vor dem Herabfallen von Einzelteilen oder als Ganzes gesichert werden müssen. Zusätzlich können auch Armierungen notwendig werden, um einer evtl. Rissbildung vorzubeugen.
Sanierung und Restaurierung
Wie verhält es sich aber mit bestehendem Stuck, dessen Rezeptur und Zusammensetzung nicht bekannt ist und einer Restaurierung und/oder Konservierung unterzogen werden muss? Die Zusammensetzung dieses historischen Stucks muss in diesem Fall immer durch ein geeignetes Baustofflabor festgestellt werden.
In der weiteren Vorgehensweise unterscheidet der Restaurator die Voruntersuchung und Schadensdokumentation, danach die Reinigung und Freilegung, der Sicherung und Festigung sowie anschließend der Ergänzung der Fehlstellen. Hierzu wird das bestehende Profil zunächst „abgenommen“, das heißt mit einer Papierschablone ein Negativ erstellt. Dieses ist die Grundlage für eine Schablone aus Metall oder Blech, die auf einem Schlitten montiert wird. Anschließend wird mit diesem Schlitten ein Grobzug und dann ein Feinzug durchgeführt. Abschließend erfolgt die Schlussbestimmung mit Schlämmen und Farben.
Moderne Fassadenprofile und -elemente
Aufgrund der zunehmenden wärmegedämmten Fassaden wurden Möglichkeiten und Lösungen notwendig, die bisherigen Vorteile wie Formbeständigkeit, einfache Bearbeitbarkeit und Reprofilierbarkeit mit weiteren Eigenschaften und Anforderungen an moderne Baustoffe wie beispielsweise einem niedrigem Gewicht, hygrothermischer Formbeständigkeit, niedrigem E-Modul etc. zu kombinieren. Entwickelt wurden Leichtbeton-Elemente, Schaumbeton-Elemente und mineralisch und/oder Harzgebundene Elemente mit Leichtfüllstoffen, Schaumglas und dgl., die in ihren Eigenschaften den klassischen Stuckmörteln, Gießmassen und Reparaturmörteln sowie auch den Naturstein- und Betonwerksteinen in Längen überlegen sind. Sie sind deutlich preiswerter in der Gesamtbetrachtung und in der Gestaltungsvielfalt lassen sie kaum Wünsche offen.
Neben der klassischen Altbausanierung haben diese Fassadenprofile und -elemente vor allem in Verbindung mit Wärmedämm-Verbundsystemen ihren Siegeszug angetreten. Unterstützt wurde diese Entwicklung sicherlich auch dadurch, dass immer weniger Handwerksbetriebe die historischen Stuck- und Gusstechniken beherrschen und die Materialien hierfür herstellen können.
Unabhängig vom Profiltyp sind alle Fassadenelemente unbedingt vor einer Hinterfeuchtung zu schützen, um funktionelle und optische Beeinträchtigungen zu vermeiden. Dies bedeutet, dass die Fassadenprofile und -elemente immer vor dem Auftragen der letzten Putzschicht angebracht und komplett mit Kleber ausgefugt werden müssen. Anschließend kann noch eine Hohlkehle gebildet werden, um die Wasserdichtigkeit sicher zu stellen. Die Endbeschichtung erfolgt in der Regel mit ungefüllten oder gefüllten Fassadenfarben auf Dispersions- oder Siliconharzbasis. Inwieweit Silikatfarben geeignet sind, muss mit dem jeweiligen Hersteller abgestimmt werden. Außerdem sollten die Fassadenprofile und -elemente nach dem Versetzen unbedingt abgedeckt werden, damit sie durch weitere Fassadenarbeiten nicht beschmutzt und/oder beschädigt werden.

